Lesenacht 2026

Freitag 21. August 2026 19:00 bis 22:00 im Haus des Buches

Veröffentlicht am

von Andrea Karch

Die 16 Kinder, die sich am Freitagabend im Haus des Buches eingefunden haben, sind auf der Überholspur: Nach der Überwindung größter Gefahren und mit größtmöglichen Anstrengungen schaffen sie es gemeinsam, den entlaufenen Löwen wieder einzufangen und haben sogar Chancen, Bubblweltmeister zu werden. Das Haus des Buches zeigt bei der Lesenacht nämlich, was in ihm steckt. Und das ist viel mehr als nur die Aufbewahrung vieler Meter Bücher.

Kein Wunder also, dass diese Veranstaltung, die das ehrenamtliche Team der Bücherei schon seit vielen Jahren in den Ferien anbietet, immer sofort ausgebucht ist und gar eine Warteliste angelegt werden muss. Wer schnell genug war und einen Platz ergattert hat, darf sich auf einen spannenden Abend inmitten vieler Bücher freuen. Und manchmal hallt das Erlebte so lange nach, dass aus einer einstigen Teilnehmerin eine Betreuerin wird, wie die 15jährige Helena Albrecht lächelnd erzählt. Sie gestaltet zusammen mit Anna Schneider, Mona Lederer, Martina Müller, Büchereileiter Martin Koch und der Jugendbeauftragten der Kommune, Antje Heidrich, die erlebnisreichen Stunden.

Den Auftakt dafür macht ein ein gemeinsames Essen, bei dem die Melonenscheiben fast begehrter sind als die Wiener Würstchen.

Aufgeteilt in drei Gruppen stöbern die Kinder im großen Angebot an altersgemäßen Büchern. Dass dieses Angebot regelmäßig vergrößert wird, ist den Mitarbeitern der Bücherei besonders wichtig, schließlich sind rund 75 Prozent ihrer Leser Kinder oder Jugendliche. Und weil viele der jungen Teilnehmer am Freitagabend Stammgäste sind, finden sie sich auf Anhieb zurecht. Die Jüngsten im Vorschulalter freuen sich über Bilderbücher wie den Bagger Billy oder einen Band für kleine Prinzessinnen, dessen Cover verheißungsvoll pink und türkis glitzert. Die etwas Älteren wechseln zwischen einem Buch aus der Reihe Woodwalkers zu den Drei Fragezeichen, das sich mit der Bundesliga beschäftigt. „Das ist voll cool“, weiß Leon. Aber auch die altbewährten Asterix-Bände haben in der Gruppe der Acht- und Neunjährigen schon ihre Fans. Als Paul und Noah kichernd die Abenteuer von Asterix und Obelix durchblättern, will Antje Heidrich wissen, ob sie auch die Texte lesen oder nur die Bilder anschauen. „Nur die Bilder“, gibt Noah zu und schiebt zu seiner Verteidigung hinterher: „Die sind ja auch cool.“

Nach dem Streifzug durch die Bücherwelt gehen alle gemeinsam mit Martina Müller auf Löwenjagd. „Das kann gefährlich werden“, warnt sie. Aber gemeinsam meistern die Kinder alle Herausforderungen, egal wie wacklig die Hängebrücke, wie tief und breit der Fluss, wie matschig der Sumpf oder wie heiß die Wüste ist. Auf die Frage „Gemma weiter“ gibt es nur eine laute und mit vielen Gesten unterstrichene Antwort. „Gemma weiter.“ Bei so viel Entschlossenheit und Mut ist der Löwe schnell eingesperrt und der Schlüssel umgedreht.

Aber zum Ausruhen bleibt keine Zeit: Schnell macht Martina Müller ihren Platz frei für „Stargast“ Klaus Hübner mit seiner Gitarre. Und wie schon bei der Löwenjagd erweisen sich die Kinder auch hier als Meister. Das von Hübner vorgesungene Lied „I bin der Bubblmo“ ist so eingängig, dass sie schnell lauthals mitsingen können. Unter viel Gelächter zeigen sie sich überzeugt, dass sie das Zeug zum Bubblweltmeister haben.

Um die Kinder wieder einzufangen, gibt es noch Rätsel- und Knobelstationen, einen Kurs „Fränggisch für Bildungsbürger“ und zum Schluss noch ein Bilderbuchkino. Und vielleicht ist eines der Kinder vom Freitag in wenigen Jahren auf der anderen Seite als Betreuer in der Lesenacht.