Neue Lieblingsbücher von Bettina Balz vom Buchladen Beilngries.
„Wer liest, genießt.“ Das wissen die Nutzer der Thalmässinger Bücherei schon lange. Und einmal im Jahr verdoppelt sich der Genuss sogar noch: Wenn Bettina Balz vom Buchladen Beilngries ihre Favoritenliste auspackt und aus dem Stapel Bücher, den sie vorstellt, Freunde werden, lockt das selbst bei Hitzerekorden viele Interessierte in die Bücherei. Und das ehrenamtliche Büchereiteam setzt mit seinem Angebot an kühlen und fruchtigen Getränken sowie einem Buffet mit pikanten und süßen Köstlichkeiten dem Literaturgenuss noch ein Sahnehäubchen auf. Die Reise in den Lesesommer 2026 startet Bettina Balz mit drei Werken unter der Überschrift „Ab in die Ferne“. Balz verwebt dabei die Zusammenfassung des Inhaltes der Werke mit viel Wissen rund um die Autorinnen und Autoren. Rafik Schami mit seinem neuesten Werk „Das Mosaik der Frauen“ hat sie deshalb bewusst an den Anfang gesetzt, weil sich dieser weltbekannte Schriftsteller gerne an seine Anfänge erinnert und deshalb auch in kleinen Buchläden wie dem in Beilngries liest. Das Alter des mittlerweile 80 Jahre alten Charmeurs, dessen neues Buch eine „Verbeugung vor den Frauen“ ist, so Bettina Balz, lässt Lesereisen leider nicht mehr zu.


Nach Großbritannien entführt die Neuerscheinung „Dear Britain“ von Annette Dittert. Die ehemalige Korrespondentin nimmt die Leser mit auf eine überraschende Reise durch das Land, erklärt humorvoll, warum die Briten so gerne gärtnern, lässt aber auch die Gegenwartsprobleme nicht außen vor. Dass die Autorin Elisabetta de Luca Kaffee im Blut hat, wird bei jeder Zeile ihres Buchs „Una Tazza di Caffè“ spürbar, das die Leser mit nach Italien nimmt.
Eine wohltuende Ausnahmeerscheinung unter den oft recht seichten Werken für Young Adults bildet „Little Hollywood“ von Inka Hanka, das Bettina Balz unter der Überschrift „Es tut sich was im Leben“ vorstellt. Vielschreiber Ewald Arenz beschreibt in seinem neuen Buch „Fünf Sechs Sieben Acht“ die nicht einfache gemeinsame Reise eines älteren Stepptänzers und seiner Tochter, die die von ihm begehrte Rolle auf der Bühne bekommt.
Feiner Humor findet sich bei Maxim Leo im richtigen „Einatmen Ausatmen“, mit dem ein Coach in zwei Wochen aus einer Managerin, die nicht mit Menschen kann, eine empathische Frau machen soll. Dass sie eine Schwäche für den Autor Daniel Speck hat, seit sie sein Buch „Bella Germania“ gelesen hat, gibt Bettina Balz unumwunden zu. Und auch das neue Werk „Villa Rivolta“ steht bei ihren Favoriten ganz oben.
Die Buchhändlerin nimmt sich aber auch der „nicht ganz leichten Kost“ an, wie des Buchs „Pina fällt aus“ von Vera Zischke über die erstaunliche Entwicklung deren autistischen Sohns oder der Neuerscheinung „Yesteryear“ von Caro Claire Burke mit seinem Einblick in die Welt der Influencer. Besonders nahegegangen ist ihr das Buch „Vaterlos“ von Thomas Medicus, in dem er den Selbstmord seines Vaters, eines Gunzenhausener Hausarztes, behandelt.

„Hoch oben im Norden“ tut sich viel, ob Perry Chafe im „Sommer aus Perigo Island“ das Erwachsenwerden behandelt oder sich Sophie van den Lichten „Im Licht der Lofoten“ auf die Suche nach dem Polarlicht macht. Dass der Buchclub, dem die Protagonisten von „Der Polarkreis“ einst angehörten, nicht so unschuldig war wie gedacht, sondern Auslöser für ein Verbrechen war, schildert Liza Marklund in ihrem Krimi. Das Buch zeichnet aber auch ein Sittengemälde einer Kleinstadt.
Bei den hochsommerlichen Temperaturen durften aber auch Werke nicht fehlen, die „mit an den Strand dürfen“. Als ehemaliger Fußballer, der auch schreiben kann, präsentiert sich Chris Kramer mit seinem Buch „Das Leben fing im Sommer an“. Mit „Bretonischer Glanz“ legt Jean-Luc Bannalec schon seinen 15. Kriminalfall vor und Tom Hillenbrand webt in „Verhängnisvoller Champagner“ um seinen kriminalistisch begabten Koch Xavier Kieffer bereits die achte Geschichte um den Wert von Lebensmitteln. „Und dahinter das Meer“ ist der Titel des Erstlingswerks von Laura Spence-Ash, das beschreibt, wie eine junge Frau, die im Zweiten Weltkrieg zu ihrer Sicherheit in die USA geschickt wurde, wieder zu ihrer eigentlichen Familie findet, gleichzeitig aber noch ein Bein in den USA hat. „Ein traumhaft schönes Buch“ urteilt Bettina Balz.