Am 10. Mai 1933 wurden in Berlin und anderen Städten Deutschlands viele tausend Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt. Damit ist dieser Tag, auch nach 93 Jahren, ein wichtiger Anlass, um den Opfern der NS-Diktatur zu gedenken, aber auch um zu betonen, wie wichtig es auch heute noch ist, die Meinungsfreiheit, das freie Wort zu verteidigen. In Thalmässinggeschieht dies seit Jahren an jedem 10. Mai mit der Veranstaltung „Thalmässing feiert das Freie Wort“.
Die Lesung fand heuer zum ersten Mal im neuen Mehrzweckraum im Obergeschoss des Bürgerzentrums „Alte Schule“, Schulgasse 14 in Thalmässing statt.
Die Gruppe der Vortragenden ist auf sieben Personen angewachsen: Helena Albrecht, Sabine Gänssbauer, Cordula Meier, Verena Richtering Blenken, Hannah Steiger, Gustav Frank und Walter Schmid – alles gebürtige Thalmässinger, die ehrenamtlich die Lesung gestalten und sich damit für das Freie Wort und die Meinungsfreiheit einsetzen.
Die vorgetragenen Texte reichten heuer von Sophie Scholl und Fritz Hartnagel („Damit wir uns nicht verlieren, Briefwechsel 1937 – 1943“) und Theodor W. Adorno („Erziehung nach Auschwitz“, 1966) bis Paul McCartney („Blackbird“, 1968) und Alexei Nawalny („Schweigt nicht! Reden vor Gericht“, 2021).
Somit wurde hier der Bogen gespannt von der Unterdrückung der NS-Zeit über Gedanken zur Erinnerungskultur in der Erziehung der 1960er Jahre bis zur Bürgerrechtsbewegung in den USA der späten 1960-er Jahre, um schließlich mit Gerichtsreden aus dem russischen Schauprozess gegen Alexei Nawalny zu enden und die Unverzichtbarkeit des Freien Wortes auch in heutiger Zeit herauszustellen.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Thalmässinger Trio BlackByrd.